Mit einer einfachen Übung zu mehr Motivation

„Ich möchte abnehmen!“, „Ich möchte das Rauchen lassen!“, „Ich möchte mehr verdienen!“… Jeder kennt es, die wenigsten schaffen es: Wir nehmen uns vor, endlich eine unliebsame Gewohnheit loszuwerden oder ein uns wichtiges Problem zu lösen. Der gute Vorsatz ist zwar schnell da, hält aber in der Regel nicht lange an. Es gibt verschiedene Wege, um sich zu motivieren. Eine einfache und effiziente Möglichkeit, um die eigene Motivation für ein persönlich wichtiges Ziel zu pushen, ist eine Übung, die unter dem Namen „Best Possible Self“ bekannt ist (von Dr. Ryan Niemiec). In dieser Übung geht es darum, uns selbst zu einem Zeitpunkt zu visualisieren, wo wir unser gewünschtes Ziel bereits erreicht haben. Wie dies genau aussieht, ist in den folgenden Schritten beschrieben:

1.) Nimm dir ein paar Minuten Zeit, um einen Zeitpunkt in der Zukunft auszusuchen. Dieser kann zum Beispiel in 6 Monaten, einem Jahr oder auch in 5 Jahren sein. Vielleicht hast du den Wunsch, mehr Bewegung in deinen Alltag einzubauen und wählst den Zeitpunkt für dein „Best Possible Self“ in 6 Monaten.

2.) Im nächsten Schritt stellst du dir vor, dass du dich zu diesem Zeitpunkt von deiner allerbesten Seite zeigst. Visualisiere sozusagen dein „bestmöglichstes Selbst“. Mache dir gedanklich ein konkretes Bild davon, wie du dich verhalten würdest. Stell dir vor, wie du in 6 Monaten täglich entweder Sport machst oder eine Runde spazieren gehst. Und das auch noch mit Leichtigkeit, da es für dich zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich geworden ist. Du siehst, wie du statt ständig einen inneren Kampf auszutragen, deine tägliche „Dosis“ an Bewegung einfach machst.

3.) Stell dir jetzt im Detail vor, wie du hart daran gearbeitet hast, um am Ende dein Ziel zu erreichen. Bedenke dabei, dass nicht unrealistische Fantasien, sondern erreichbare Vorhaben im Fokus stehen sollen. In dem „Bewegungs-Beispiel“ siehst du vor deinem inneren Auge, wie du zu Beginn jeden Tag deinen inneren Schweinehund konsequent überwunden hast. Dafür hast du dich auch manches hilfreichen Tricks bedient, wie zum Beispiel die Sportsachen am Vortag herzurichten oder dich mit einer Freundin auf einen Spaziergang statt auf einen Kaffee zu verabreden. Auch wenn mal an einem Tag etwas dazwischen gekommen ist, hast du dich am nächsten Tag wieder zusammengerissen und an deinem Vorhaben trotz des Gedankens „Heute ist es eigentlich auch schon egal…“ festgehalten.

4.) Jetzt hast du ein recht klares Bild von deinem „Best Possible Self“. Im nächsten Schritt nimmst du dir ein Blatt Papier und schreibst darüber. Das Niederschreiben soll dir helfen, die zukünftige Vorgehensweise in eine gewisse Ordnung zu bringen. Aus vagen Ideen und einzelnen Gedanken sollen sich konkrete und machbare Möglichkeiten entwickeln. Überlege dir dabei auch, welche Stärken dir auf dem Weg zu deinem Ziel behilflich sein könnten. Bezogen auf unser „Bewegungs-Beispiel“ lass keinen Schritt aus: Schreib über deine zukünftige beste Seite und halte alle Details nochmals fest. Zum Beispiel auch, dass du jeden Sonntag Abend einen Wochenplan erstellst, in dem du deine sportlichen Aktivitäten genau terminierst. Dabei fällt dir vielleicht ein, dass du auch in anderen Bereichen gerne Pläne machst, was du auf dein ausgeprägtes Organisationstalent zurückführst. Diese Stärke kann dir hier sehr zugute kommen. Dir fällt außerdem ein, das du vor einigen Jahren zum Rauchen aufgehört hast. Du erinnerst dich an die anfänglichen inneren Kämpfe, die du im Großen und Ganzen gut überstanden hast. Da warst du richtig willensstark. Auch diese Willensstärke kannst du bei deinem Bewegungsziel gut gebrauchen und einsetzen.

Wie soll denn diese kleine Übung eigentlich unsere Motivation beeinflussen, wirst du dich vielleicht fragen. Tatsächlich werden durch das Schaffen einer Zukunftsvision positive Gefühle und eine optimistische, zuversichtliche Haltung gefördert. Zusätzlich wird eine positive Erwartungshaltung für die Zukunft aufgebaut. Und außerdem entwickeln wir eine Anleitung, wie wir beim Umsetzen unseres Ziels konkret vorgehen können. Das sind alles hilfreiche Aspekte, die es uns erleichtern, diesmal doch länger als nur wenige Tage dranzubleiben. Also viel Erfolg!