Glückserinnerungen

Nostalgie ist eine universelle und alte menschliche Emotion. Aktuell untersuchen Wissenschaftler auf der ganzen Welt, wie Nostalgie positive Gefühle hervorrufen, unser Selbstwertgefühl steigern und uns das Gefühl geben kann, geliebt zu sein. Die Glücksforschung deutet darauf hin, dass Menschen mit ihrem Leben glücklicher sind, wenn sie dazu neigen, eine positive, nostalgische Sicht der Vergangenheit zu haben.

Warum sind Erinnerungen denn so wichtig für unser Glück?

Erinnerungen sind der Kitt, der uns im Inneren zusammenhält. Sie prägen, wer wir sind und wie wir handeln. Sie beeinflussen unsere Stimmung und helfen, unsere Träume für die Zukunft zu gestalten. 

„Wenn wir achtsam sind und schöne Momente erkennen und feiern, können wir später von diesen Erinnerungen zehren.“ Meik Wiking, Glücksforscher

Meike Wiking hat eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, was die Menschen in aller Welt positiv in Erinnerung haben. Die Studie wurde in 75 Ländern an mehr als 1.000 Personen durchgeführt und ist somit die größte Erhebung zu diesem Thema. Eine Erkenntnis war, dass wir uns ähnlicher sind, als wir denken – nationenübergreifend. Egal ob man in Dänemark, Afrika oder dem Irak lebt, unsere positiven Erinnerungen ähneln sich sehr.

Doch was können die Menschen konkret tun, um glückliche Erinnerungen zu schaffen und zu behalten? Das Wichtigste ist, dass Erinnerungen keine Informationen sind, die zufällig in unser Gehirn gelangen. Wir alle können zu Gedächtnis-Architekten werden! Zunächst ist es nützlich zu wissen, wie Erinnerungen gespeichert werden. In unserem Gehirn spielt der Hippocampus eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung von Informationen aus dem Kurz- und Langzeitgedächtnis und bei der Wiederherstellung von Erinnerungen. Er sammelt all die verschiedenen Bits, die ins Gedächtnis eingehen – das kann man sich ungefähr so vorstellen wie einen Regisseur, der eine Szene neu arrangiert. Der Hippocampus fragt dabei ab: Was waren die sensorischen Eindrücke des Tastens, Hörens, Sehens, Schmeckens und Riechens in der Erinnerung?

„Wenn du also mehr glückliche Momente erschaffen und dich daran erinnern willst, stell sicher, dass du deine Sinne so gut wie möglich ansprichst.“ Meik Wiking

Je mehr unserer Sinne wir in einem Moment benutzen, desto lebhafter erinnern wir uns später an diese Situation. Wenn du also mehr glückliche Momente erschaffen und dich daran erinnern willst, stell sicher, dass du deine Sinne so gut wie möglich ansprichst. Dabei kann auch ein Tagebuch helfen, in dem du möglichst auch alle Sinneseindrücke festhalten solltest.