ENTREMO IV – „Körper & Seele: Zusammen sind sie stark“

Das Bewusstsein bestimmt das Sein – lange war dieser Satz nur in spirituell angehauchten Weltbildern beheimatet – und wurde von der Schulmedizin belächelt. Mit den aktuellen Forschungen auf dem Gebiet der Psychosomatik hat sich dieses Verhältnis radikal verändert. So wissen wir heute, dass die Psyche unseren Körper krank machen, aber auch heilen kann. Gleichzeitig hat die Medizin in anderer Richtung dazu gelernt: Der Körper hat genauso einen ganz erheblichen Einfluss auf unser psychisches Wohlergehen.

Selbstheilung ist die Fähigkeit des Körpers, Krankheitszustände zu überwinden und wieder gesund zu werden. Daran ist nichts esoterisch. Denk beispielsweise an eine Wunde, die sich von allein schließt. Das ist eine typische Form der Selbstheilung. Manche Umstände behindern eine solche Wundheilung allerdings – zum Beispiel eindringende Keime oder Stress, der das Immunsystem in seiner Funktion beeinträchtigt. Andere Faktoren beschleunigen sie dagegen, so etwa eine Ruhigstellung der Verletzung oder auch guter Schlaf. Wir pendeln ständig zwischen Krankheit und Gesundheit. 

Was sind Selbstheilungskräfte?

Als Selbstheilungskraft (auch Heilkraft der Natur genannt) bezeichnet man die Fähigkeit des Körpers, sowohl äußere als auch innere Verletzungen bzw. Krankheiten zu heilen. Einerseits sind Selbstheilungskräfte also die Fähigkeiten eines Organismus, Krankheiten, Verletzungen und funktionelle Störungen zu überwinden. Hierzu gehören u.a. das Immunsystem, die Möglichkeit der Ausscheidung über Haut, Niere, Lunge und Darm, das Enzymsystem, die Entgiftung durch die Leber. Das Ausmaß der Selbstheilungskräfte ist zum einen genetisch, zum anderen durch die Lebensführung (z.B. Ernährung, Schlaf, Streß, Medikamenten- und Drogenmißbrauch) bedingt. Bei Erkrankungen sollten die Selbstheilungskräfte unterstützt werden; so sollte z.B. dem erhöhten Schlafbedürfnis, reduziertem Appetit und einem mäßigen Temperaturanstieg bei einem Infekt nicht entgegengewirkt werden.

Andererseits ist die Aktivierung der Selbsheilungskräfte ein Therapieansatz der Hilfe zur Selbsthilfe, d.h. die Stärkung der menschlichen Ressourcen. Humanistische Theorien gehen davon aus, daß der Mensch Selbstheilungskräfte aktivieren kann. Körperlich-seelische Gesundheit kann durch eigene Kraft und Motivation wiedergefunden werden.

„Nicht der Arzt heilt die Krankheit, sondern der Körper heilt die Krankheit.“ Hippokrates, griechischer Arzt

Doch wie aktivieren wir die Selbstheilungskräfte unseres Körpers? Und wie können wir unseren Körper dabei unterstützen, unsere Psyche gesund zu halten?

Stellen wir uns vor, wir würden uns den ganzen Tag mit Junkfood ernähren und das wochenlang. Wie würde es uns körperlich ergehen, und wie würden wir uns wohl fühlen? Versorgten wir uns dagegen mit gesunder Nahrung, wäre unser körperliches Befinden deutlich besser. Genauso ist es mit mentaler Nahrung: Wenn wir uns täglich lückenlos Corona-Informationen verschiedener Nachrichtenticker anhören, darüber lesen oder Bilder dazu sehen, wenn wir uns in der restlichen Zeit beängstigende Szenarien vorstellen und dieses täglich wiederholen, dann erzeugen wir eine enorme seelische Belastung. Wir bringen uns ungewollt in eine Art negativer Trance und schwächen damit unsere Abwehrkräfte.

Gerade diese sind aber entscheidend, nicht nur im Falle einer Erkrankung, sondern auch, um seelisch gesund durch’s Leben zu kommen. Wählen wir also unsere geistige Nahrung gezielt aus, stärken wir unsere Selbstheilungskräfte und das Immunsystem.

Aktiviere deine Selbstheilungskräfte! Du kannst sehr viel selbst für dein Gesundwerden tun.“ Ebo Rau (*1945), deutscher Mediziner