Überraschende Ereignisse durchkreuzen Pläne. Auch wenn man vom Weg abkommt, sollte man wenigstens versuchen, die Richtung beizubehalten. (Marcel Baumert)

Ja, manchmal kommt es anders als gedacht bzw. geplant…und dann muss es trotzdem weitergehen. Und weil es trotzdem weiter geht, kann es doch auch gleich gut weitergehen, oder?

Tja, 50 % meiner Familie inklusive mir ist seit Samstag in Quarantäne – PCR-Test am Freitag Vormittag, nachdem einer von uns einen positiven Schnelltest hatte. Und dann hieß es erstmal warten, bis das Ergebnis am Samstag Nachmittag dann per Mail aufpoppte. Und ja, die Wartezeit wurde von meiner inneren Schweinehündin wieder intensiv genutzt: „Siehst du, jetzt kannst du wieder nicht trainieren – warst doch schon Anfang des Jahres krank und du konntest nicht wie geplant trainieren, wolltest doch am 1. April mit der ersten Laufeinheit beginnen. Wenn du jetzt aber Corona positiv bist, dann geht das nicht. Du kannst es aufgeben, dein Projekt #fromzerotosalomon4trailsin900days!!! Das wird eh nichts mehr. Quarantäne bedeutet, du kannst nicht trainieren, weil du heftige Symptome bekommst. Und wenn die Quarantäne vorbei ist, dann musst du dich erstmal schonen. Und dann ist der Trainingsrückstand so groß, dass du ihn nicht mehr aufholen kannst. Du bist sowieso zu alt, zu unsportlich, zu dick, zu untalentiert, zu groß, zu klein, zu inkonsequent, zu…. zu… zu…“ Ja, meine Schweinehündin hat mir 9345 und noch mehr Argumente um die Ohren gehauen, warum eine mögliche Quarantäne das klare AUS für meine Vision 2024 – die Teilnahme am SALOMON 4Trails – ist.

Doch ich habe dazu gelernt – durch meine Krankheit, durch meine Coaching-Ausbildung, durch Fortbildungen, durch meine Kunden, durch meine Coachings bei inspirierenden Coachs, durch unzählige Erfahrungen und letztendlich doch durch mein Leben so wie es ist und so wie ich es bis heute gelebt habe. Deshalb habe ich meine Schweinehündin erstmal ein bisschen quatschen lassen und ihr dann ein deutliches STOP entgegen geknallt. Dann war sie still. Man kennt das doch: manchmal muss man erstmal Dampf ablassen, bevor man wieder klar denken kann. Deshalb gebe ich meiner Schweinehündin gerne immer wieder mal Zeit zum Dampfablassen – nicht zu viel Zeit, nur so viel, wie ich ihr mit einem Lächeln zuhören kann und dem Wissen, dass sie mich nicht überzeugen wird. So! Und dann habe ich mir die Frage gestellt, „Wie kann ich eine mögliche Quarantäne ohne und mit Symptomen effektiv für mein Projekt #fromzerotosalomon4trailsin900days nutzen?“. Und mit dieser Frage habe ich mir immer wieder die Wartezeit vertrieben. Und das war gut so! Denn somit war am Samstag Nachmittag die Enttäuschung nicht allzu groß, als der positive Befund aufpoppte.

Tja, und was kam denn als Antwort auf meine Frage heraus? Je nach Symptomlage nutze ich die Quarantänezeit einerseits zum Visualisieren, zur intensiven Visualisierung meines Projekts #fromzerotosalomon4trailsin900days Denn was du denkst, wie du handelst, nach welchen Werten du dich ausrichtest, welche Erfahrungen du mit welchen Bewertungen in deinem Gehirn verankerst, all das entscheiden darüber, welche Entscheidungen du triffst und welche Wege du einschlägst. Durch eine intensive Vorstellung erhältst du die Motivation zur Durchführung und du möchtest das Visualisierte tatsächlich erleben. So stelle ich mir unter anderem vor, wie meine Familie 2024 am Ziel des SALOMON 4Trails steht und Moni und ich gesund, glücklich und lachend durch das Ziel laufen. Das löst motivierende Prozesse aus, die unterstützen, auch schwierige Trainingsphasen zu überstehen und einen Wettkampf durchzustehen. Ich nutze dafür ganz oft das Foto, das 2004 von Moni und mir nach dem Zieleinlauf beim Erlanger Triathlon entstanden ist. Wow, wenn ich nur daran denke, umkommt mich ein Flut Glückhormone.

Ja, und andererseits nutze ich die Quarantänezeit, um meinen Körper mit Yin Yoga ausgiebig zu dehnen – das funktioniert auch im Bett, das ich seit Samstag die meiste Zeit hüte. Denn grundsätzlich ist eine gute Beweglichkeit aller Gelenke, Kapseln, Muskeln und des Bindegewebes für das physische und somit auch für das psychische Wohlbefinden essenziell. „Mens sana in corpore sano.“

Und wie schrieb Paulo Coelho so trefflich: „Die Möglichkeit, dass Träume wahr werden können, macht das Leben erst interessant.“ Deshalb nutz jeden Moment deines Lebens, deine Träume, deine Visionen wahr werden zu lassen. Denn wenn dir schon Träume und Visionen geschenkt werden, dann kannst du sie auch Realität werden lassen.

Deine Belinda

“Wenn Sie bei der Festlegung Ihres Ziels keine Schüttelfrost bekommen, setzen Sie sich nicht genügend Ziele.” (Bob Proctor)

Schüttelfrost? In Unmengen spüre ich Schüttelfrost, wenn ich an mein Projekt #fromzerotosalomon4trailsin900days denke!!!

Doch was ist passiert, dass dieses verrückte Projekt, diese unglaubliche Vision geboren wurde?

Letzten September habe ich auf Social Media den #DYNAFITTransalpineRun verfolgt…die Läuferinnen und Läufer posteten begeistert von den einzelnen Etappen, der Landschaft, der Freude am Laufen, dem Teamgeist und und und. Und der eine Post von @shari.runs war es dann, der mich voll erwischt hatte: „Wie wir zwei 260k mit ca. 16.000HM in 8 Tagen beim @transalpin_run schaffen?! Einfach lächeln und laufen, laufen, laufen…“

Und BÄNG, da war die Erinnerung an eines meiner absoluten Highlights im Leben: Meine Teilnahme am Erlanger Triathlon 2004 – 2k Schwimmen, 80k Rad und 20k Laufen. In knapp 6 Stunden kam ich ins Ziel und hatte das größte Lächeln im Gesicht, das dorthin passte. Überglücklich fiel ich meiner Trainerin, Trainingspartnerin und vor allem Freundin Moni in die Arme, die ein halbe Stunde vor mir im Ziel war. Sie hatte mich auf den Punkt für diesen Wettkampf vorbereitet, hatte mich motiviert, viele Kilometer auf dem Rad, im Schwimmbad oder See und in Laufschuhen begleitet – noch heute bin ich ihr von Herzen dankbar dafür. Ich hatte einen Wettkampf erlebt, der mir über die gesamte Dauer hinweg ständig ein Lächeln ins Gesicht rief, der mir meine körperliche und mentale Stärke widerspiegelte, der eine Erinnerung in mir geschaffen hat, die ich immer wieder abrufen kann und die mich spüren lässt, wie viel Kraft in mir steckt. Während des gesamten Wettkampfs kam nicht einmal meine Schweinehündin aus ihrem Loch hervor, obwohl sie kurz nach dem Start schon nach wenigen hundert Metern im Wasser den besten Ansatzpunkt gehabt hätte: nämlich in dem Moment, als mir der kraftvolle Arm eines Mitschwimmers in seiner Kraulbewegung mit voller Wucht einen Schlag auf die Nase versetzt hatte und ich erstmal für ein paar Sekunden vor Schmerzen wie ein Maikäfer auf dem Rücken weitergetrieben bin. Nichts – die Schweinhündin kam nicht hervor, sondern mein Kampfgeist. Einfach wieder auf den Bauch drehen und weiter kraulen. Es war durchweg ein phantastischer Wettkampf: Auf der Radstrecke lernte ich eine nette Mitstreiterin kennen, die wie ich ihre „Feuertaufe“ auf dieser Distanz hatte. Wir motivierten uns gegenseitig, Kilometer für Kilometer auf dem Rennrad abzustrampeln. Und die 20k am Ende waren der reinste Spaziergang. Einfach der beste Wettkampf ever – voller Leichtigkeit, Freude und Glückshormonen!!!

Und BÄNG, da hat sich der Gedanke festgesetzt: Ich möchte mit Moni noch einmal diese Gefühle erleben…das Gefühl, das @shari.runs so einfach und klar beschreibt: „Einfach lächeln und laufen, laufen, laufen.“ Noch einmal über die körperlichen und mentalen Grenzen gehen. Noch einmal trainieren, trainieren, trainieren. Noch einmal eine verrückte Vision in die Tat umsetzen. Die Vision war da: 20 Jahre nach dem Erlanger Triathlon noch einmal überglücklich ins Ziel kommen und Moni in die Arme fallen. Moni war erst einmal ein paar Minuten sprachlos, als ich ihr von der Vision erzählt hatte – denn mir schwebte vor, den #DYNAFITTransalpineRun 2024 mit ihr zu laufen. Realistisch genug hat Moni hochgerechnet, nachdem sie wieder reden konnte, dass mir die Vorbereitungszeit für den #DYNAFITTransalpineRun 2024 nicht ausreichen wird.

Denn seit dem Erlanger Triathlon 2004 ist einiges passiert in meinem Leben: ein Gehörsturz, massive Stoffwechselprobleme und Depressionen. Das führte dazu, dass ich 2005 mit dem Triathlon-Training aufgehört hatte, obwohl ich in der Vorbereitung für den Ironman in Roth war, 2014 total frustriert meinen letzten Halbmarathon zu Ende gelaufen bin und 2015 das Laufen komplett an den Nagel gehängt habe. Die frühere Trainingsroutine ist somit schon lange nicht mehr vorhanden, viel zu viele Pfunde haben sich an meinen Körper festgekrallt und meine körperliche Fitness ist im Eimer. Somit die schlechtesten Voraussetzungen von außen betrachtet für so eine verrückte Vision. Doch es gibt auch drei Aspekte, die ich seit damals gewonnen habe und die mich gemeinsam mit Moni 2024 über die Ziellinie des #SALOMON4Trails tragen werden: Meine Erfahrung, meine Erinnerung und mein Wissen als Coach.

Ja, nachdem der Transalpinrun für 2024 zu ambitioniert ist, lautet unsere Vision nun: Wir rocken den #SALOMON4Trails in 2024!!!

…und warum gehe ich online mit #fromzerotosalomon4trailsin900days? Weil ich als Coach, Aus-dem-Training-Gekommene, In-die-Jahre-Gekommene und Mit-den-ungünstigsten-Voraussetzungen-Ausgestattete zeigen möchte, dass es geht, seine verrückten Visionen in die Tat umzusetzen. YES, WE CAN!!!

„Du musst nicht spitze sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um spitze zu werden.“ — Zig Zagler (amerikanischer Autor, Verkäufer & Motivationsredner)

Ja, genau…und mit diesem Zitat im Hinterkopf wollte ich am 1. Januar 2022 in mein 900-Tage-Projekt #fromzerotosalomon4trailsin900days starten!!! Doch manchmal kommt es anders, als man denkt.

Am 2. Januar lag ich flach: starker Husten, Schnupfen, kalter Schweiß bei kleinster Anstrengung.

Optimale Voraussetzungen und super Nährboden für meine innere Schweinehündin…oh ja…“Warum setzt du dir so ein verrücktes Ziel? Das schaffst du nie? Du bist viel zu alt, zu schwer, zu träge, zu aus-dem-Training, zu blablabla! Du hast überhaupt keine Zeit für intensives Training! Du hast kein Talent.“ Und so ging das immer wieder, sobald ich meine innere Schweinehündin auch nur ein bisschen nachgegeben hatte. Am 12. Januar konnte ich dann endlich mal wieder raus aus dem Bett kriechen und meine Nase aus dem Fenster strecken.

Zum Glück hatte ich mich als Personal Coach in den letzten Monaten und in früherer Zeit als Athletin oft genug mit dem Thema Motivation auseinandergesetzt und so konnte ich meiner inneren Schweinehündin entgegen halten – sonst wäre mein Projekt spätestens am 3. Januar gestorben.

Was mir mittlerweile wirklich hilft im Kampf mit meiner inneren Schweinehündin, um mich anzutreiben und zu motivieren, ist die #5-Sekunden-Regel nach #MelRobbins. Wann immer meine Schweinehündin auftaucht, zähle ich „5 – 4 – 3 – 2 – 1 und los“ und verbanne hinderliche Gedanken, lege mit einer Aufgabe los oder pack etwas einfach an! Laut Mel Robbins bringt der 5-Sekunden-Countdown die innere Schweinehündin zum Schweigen und aktiviert den sogenannten präfrontalen Cortex, die Gehirnregion, die für bewusste Entscheidungen zuständig ist.

Ich wende die 5-Sekunden-Regel regelmäßig im Alltag an, z.B. morgens beim Aufstehen. Normalerweise habe ich keine Probleme damit, morgens aus dem Bett zu kommen. Doch es gibt auch bei mir diese Tage, an denen ich von einer imaginären Hand im Bett gehalten werde. Dann zähle ich „5 – 4 – 3 – 2 – 1 und los“ und steige aus dem Bett.

Es bedarf nur 5 Sekunden, um sein Gehirn neu zu programmieren…von „ich bleibe im sicheren, warmen Bett liegen“ zu „ich starte jetzt in den neuen Tag, stehe sofort auf und gehe meine Aufgaben an!“. Versuch es einfach mal, wenn dir die notwendige Motivation fehlt: “ 5 – 4 – 3 – 2 – 1 und los“.

Und warum ich überhaupt dieses verrückte Projekt gestartet habe, davon erzähle ich in meinem nächsten Blogbeitrag.

Neues Jahr…neue Vorsätze…mein 900 Tage-Projekt

Ich liebe es, mir Vorsätze für das neue Jahr zu nehmen. Warum denn nicht? Klar, man kann natürlich der Meinung sein, der 1. Januar ist so gut wie jedes andere Datum…ich finde, der 1. Januar ist etwas Besonderes. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist immer etwas ganz Spezielles für mich: alles ist irgendwie ruhiger, nachdenklicher, dankbarer, in sich gekehrter. So empfinde ich es jedenfalls und genieße es. Und dann kommt Silvester: Abschied vom fast vergangenen Jahr mit all seinen Höhen, mit all seinen Tiefen, mit all seinen Freuden, mit all seinen Tränen und Vorbereitung auf das kommende Jahr, das neue Jahr. Wir wünschen uns alles Gute für das neue Jahr, einen guten Rutsch, viel Glück.

Für mich Grund genug, den 1. Januar als etwas Besonderes anzusehen; so besonders, dass er Startzeitpunkt für etwas Herausragendes sein darf. Zumindest für mich dieses Jahr. Der 1. Januar 2022 ist der Startzeitpunkt meines 900 Tage-Projekts!!!

So, und was hat es nun mit meinem 900 Tage-Projekt auf sich?

#fromzerotosalomon4trails Ich werde die nächsten 900 Tage nutzen, um mich für den SALOMON 4 TRAILS 2024 vorzubereiten…YES YEES YEEEEEEESSSS

Wie es zu diesem verrückten Projekt kam, erzähle ich in meinem nächsten Blogbeitrag 😉

Die Entscheidung loszulassen, übernimmt manchmal das Leben für dich…ob du willst oder nicht!

Meine Mama ist im Juni gestorben – das Leben mit ihr, mit dem Menschen, der mich geboren, großgezogen und immer begleitet hat, ist vorbei. Keiner hat mich gefragt, ob ich bereit bin, loszulassen…das Leben hat entschieden, ihr Leben. Und irgendwann wird mein Leben entscheiden, dass es an der Zeit für mich ist, loszulassen.

„Das ganze Leben besteht aus einer Reihe größerer und kleinerer Abschiede und endet im großen Loslassen – dem  Tod. Letztlich stellt jedes Loslassen eine Vorbereitung auf den großen Abschied am Ende unseres Lebens dar.“ (Dr. Adelheid Gassner-Briem, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und Psychotherapeutin in Feldkirch in Vorarlberg)

Ich frage mich, ob und wie ich mich auf das „große Loslassen“ vorbereiten kann. Eine Frage, der ich mich stellen werde…ganz sicher. Wie siehst du das für dich?